Signal für den Weg aus der Krise

Frische, Wärme, Neuanfang: Solche Begriffe fallen hiesigen FDP-Politikern ein, wenn sie das neue Logo ihrer Partei betrachten. Andere zeigen sich ein wenig irritiert.

Landkreis Verden. (VON FELIX WEIPER) Traditionelles Blau und Gelb – dazu ein kräftiger Schuss Magenta: So ist der Neustart der FDP farblich unterlegt. Die liberale Partei hat sich ein anderes Logo zugelegt. Es heißt, das sei ein wichtiger Schritt hin zu einem neuen, zu einem positiveren Image. Ob’s gelingt? Zumindest die FDP-Basis im Landkreis Verden glaubt daran – auch wenn die Farbgebung für manchen Liberalen gewöhnungsbedürftig ist.

„Zugegeben, das Magenta erinnert mich ein wenig an die Telekom, aber die Farbe verleiht dem Partei-Emblem Frische und kündigt einen Neuanfang an“, meint etwa Bastian Trotzki. Der Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes in Achim hält es auch für eine „gelungene Idee“, dass aus „den Liberalen“ jetzt die „Freien Demokraten“ geworden sind. So steht es auf dem Logo. Der Begriff „liberal“ sei „ausgelutscht“, so Trotzki. „Die Menschen können damit nicht mehr viel anfangen.“ Von „freien Demokraten“ wisse man dagegen, was man von ihnen zu halten habe.

Ein Logo macht noch keinen Neuanfang. Das ist auch Trotzki klar. Er hat aber Aufbruchstimmung in den liberalen Reihen ausgemacht, die Parteichef Christian Lindner auf dem Dreikönigstreffen bestärkt habe. Trotzki hat einen „motivierenden Auftritt Lindners“ wahrgenommen. Es werde jetzt darauf ankommen, FDP-Inhalte überzeugend darzustellen. „Mich stimmt dabei optimistisch, dass viele Menschen inzwischen sagen, sie vermissten die FDP“, meint Trotzki. Auch für die freien Demokraten im Landkreis Verden erwartet Trotzki – mit Blick auf die nächsten Kommunalwahlen – einen Schub.

„Mir gefällt’s“, kommentiert der Achimer FDP-Ratsherr Günther Krebs das neue Logo. Es tue der FDP gut, dass die Farbgebung ein wenig Wärme vermittle. Jörg Schümann, FDP-Ratsherr in der Samtgemeinde Thedinghausen, war zunächst völlig überrascht von dem neuen Partei-Logo. „Es schien mir auf den ersten Blick befremdlich.“ Er glaube jedoch, das Emblem werde für einen Aha-Effekt sorgen. Und wenn die FDP dadurch mehr Aufmerksamkeit bekomme, sei schon viel gewonnen. „Unser größtes Problem war es ja, dass wir kaum wahrgenommen wurden.“

Der niedersächsische FDP-Generalsekretär Gero Hocker aus Achim will das neue Erscheinungsbild nicht überwerten, sieht in der Neugestaltung aber ein wichtiges Signal für den Weg aus der tiefen Krise. Auch für ihn kommt es darauf an, „die Menschen mit Inhalten zu überzeugen“. Die FDP müsse sich wieder als Alternative für den Wähler anbieten. „Auf Bundesebene gibt es doch kaum noch eine echte Debatte, kaum noch echte Auseinandersetzung.“ Themen wie Mindestlohn, Soli-Zuschlag oder Frauenquote würden nicht mehr kontrovers diskutiert. Das sei bedauerlich für die Demokratie. In der Kommunalpolitik gelinge es der FDP, immer wieder Themen offensiv zu besetzen. Hocker nannte als Beispiele die Diskussion um den nach Ansicht der FDP vernachlässigten Deichschutz in Achim oder die FDP-Kritik am Sanierungskonzept für das Achimer Freibad.

Zurück