Mattfeldts überschwängliches Lob für Ditzfeld erstaunt

Achim. Das überschwängliche Lob von Andreas Mattfeldt für den Achimer Bürgermeister und seine Verwaltung dürfte viele Achimer sehr erstaunt haben. Nicht zuletzt die Entscheidung gegen einen Vollsortimenter auf dem Lieken- Gelände ist von Rot und Grün mit der Stimme des Bürgermeisters und gegen die knappe Minderheit von Mattfeldts eigener Partei, der CDU, sowie WGA und FDP, aber vor allem gegen die überwältigende Mehrheit der Achimerinnen und Achimer getroffen worden.

Die Erwartung, alleine „Achim-West“ werde es schon richten und eine Zusammenarbeit mit Bremen würde für Achim und den Landkreis quasi automatisch zu Investitionen führen, entbehrt jeder Kenntnis der nicht immer einfachen Geschichte dieser beiden Weserstädte. Allzu häufig hat sich das kleine Achim vom Stadtstaat Bremen, etwa bei Einzelhandelsansiedlungen, sprichwörtlich die Butter vom Brot nehmen lassen, wenn die eigene Rücksichtnahme auf Bremer Interessen auf Bremer Seite etwa mit der Weserpark-Erweiterung oder weiteren Flächen unmittelbar am Bremer Kreuz von Bremer Entscheidern regelmäßig mit Füßen getreten wurden. 

Achim verfolgt Achimer und die Stadt Bremen Bremer Interessen. Das ist legitim, erfordert im Umgang mit Bremen aber genau das Gegenteil von der Naivität, die der Artikel beschreibt. Warum sich Mattfeldt mit seinen Äußerungen nicht nur weit von der überwiegenden Mehrheit der Achimer absetzt, sondern auch noch die knappe Minderheit im Stadtrat und seine eigenen Parteifreunde vor den Kopf stößt, dürfte sein Geheimnis bleiben.

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahlhaben Besuche von Abgeordneten bei den Bürgermeistern den Zweck, Öffentlichkeit zu erzielen und Verbündete für den Wahlkampf zu finden. Ein bisschen mehr Vorabinformationen vor einem Besuch beim Bürgermeister von immerhin der größten Stadt im Landkreis und eine Einschätzung darüber, wie Themen außerhalb des Rathauses bewertet werden, sollten für Mattfeldt bei künftigen Besuchen bei unseren Bürgermeistern aber dazu gehören.

Quelle: Kreiszeitung 13. März 2017

 

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