Hocker will nach Berlin

Achim. Gero Hocker (FDP) strebt ein Mandat im Deutschen Bundestag an. Der verheiratete 41 jährige, der seit sieben Jahren für die Freien Demokraten im Niedersächsischen Landtag sitzt und hier die Themen Energie- und Umweltpolitik verantwortet, ist außerdem Generalsekretär seines Landesverbands. Im September 2017 will er für den Deutschen Bundestag kandidieren.

Seit Karl Ravens vor fast vierzig Jahren als letzter Achimer für die SPD ein Mandat im Bonner Bundestag inne hatte, ist die Stadt Achim nicht mehr mit einem Abgeordneten in Bonn oder Berlin vertreten gewesen. „Dabei stehen auch für unsere Stadt in den kommenden Jahren Entscheidungen an, die maßgeblich in Berlin bestimmt werden. Achim-West, die Gestaltung der Energiewende mit immer neuen Windkraftanlagen, gegen die sich zu Recht immer größerer Widerstand formiert oder auch die Flüchtlingssituation, bei der der Erdogan-Vertrag nur eine vorübergehende Verschnaufpause erlaubt, wird auch die Achimer Politik in den kommenden Jahren auf Trab halten“, glaubt Hocker. Da sei ein „kurzer Draht nach Berlin“ für alle Achimer durchaus hilfreich.

Sein Kreistagsfraktionsvorsitzender aus Verden, Henning Wittboldt-Müller, begrüßt Hockers Kandidatur. „Weil Gero Hocker Mitglied im Kreistag und im Achimer Stadtrat ist, ist gewährleistet, dass tatsächlich auch kommunale Themen den Weg nach Berlin finden.“ Hocker hatte sich zuletzt auch immer wieder zu den Herausforderungen geäußert, die sich mit der Flüchtlingskrise ergeben. Wittboldt-Müller: „Statt sich der Launenhaftigkeit von Herrn Erdogan auszuliefern, müssen tatsächlich endlich eigene Konzepte für Deutschland auf den Tisch. Wenn Binnengrenzen offen sind, benötigt man doch unbedingt eine effiziente Sicherung der Europäischen Außengrenzen. Wir benötigen endlich ein Einwanderungsgesetz, das selbstbewusst definiert, ‎welche Arbeitnehmer Deutschland in den kommenden Jahren benötigt. All dies wird im kommenden Bundestag diskutiert werden, und wir wollen, dass ein Achimer mit dabei ist."

Hocker ergänzt: „Menschen, die verfolgt werden, in Deutschland Asyl. Aber nur für die Dauer ihrer Verfolgung. Wenn Bürgerkriege beendet und Verfolgung überwunden sind, müssen diese Menschen wieder in ihre Heimat und die Zivilgesellschaft vor Ort aufbauen und gestalten.“ Das sei seit vielen Jahren in Deutschland Gesetz und unumstritten. "Dass ich tatsächlich jemals fordern würde, dass bestehende Gesetze von einer Bundesregierung eingehalten werden mögen, hätte ich mir nicht träumen lassen, aber genau dies ist gegenwärtig nötig."

‎Weil die Energiewende unmittelbare Auswirkungen auch auf den Landkreis hat, will Hocker sich auch dieses Themas annehmen: „Die Energiewende wird vor allem durch das EEG gestaltet und darüber wird in Berlin entschieden. Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, benötigen wir endlich Stromspeicher und Netze. Alleine neue Windkraftanlagen in die Landschaft zu stellen, die Strom erzeugen unabhängig davon, ob er zu diesem Zeitpunkt benötigt wird, frisst unnötig Subventionen, die niemandem nutzen. In Langwedel, in Oyten oder in Thedinghausen gibt es auch in unserem Landkreis immer neue Standorte für Windkraftanlagen, und gegen diesen Irrsinn formieren sich zu recht Bürgerinitiativen. Dabei muss endlich beim EEG in Berlin angefasst werden, als bei Erlassen oder Raumordnungsplänen auf Landesebene. Erst wenn die Anreize geringer werden, solche Anlagen zu bauen, wird es weniger Begehrlichkeiten geben.“ Eltern benötigten außerdem endlich Flexibilität bei der Kinderbetreuung. Trotzdem würden selbständigen Tagesmüttern oder -vätern, die das Betreuungsangebot durch Kitas durch besonders flexible Zeiten perfekt ergänzen könnten, durch unnötige Bürokratie regelmäßig Knüppel zwischen die Beine geworfen. "Eltern müssen endlich entscheiden können, wie sie ihre Kinderbetreuung organisieren möchten. Private Initiativen müssen gegenüber öffentlichen endlich gleichgestellt werden," fordert Hocker außerdem.

Im Januar 2017 wollen die Freien Demokraten über Ihren Kandidaten für den Wahlkreis Verden-Osterholz entscheiden.

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