Naturschutzstiftung als Vorbild

FDP- Landtagsabgeordneter Dr. Gero Hocker informiert sich in Nordhorn

Nordhorn. Politischer Besuch zwischen Gräbern – das ist selten. Doch auf dem Alten Friedhof Gildkamp ist sichtbar, wie die Arbeit der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim ganz praktisch funktioniert. Davon hat sich am Mittwoch der umweltpolitische Sprecher der FDP Landtagsfraktion Dr. Gero Hocker auf Einladung der FDP Kreistagsfraktion in Nordhorn überzeugt.

Jahrzehntelang wucherte der Alte Friedhof zu, nachdem er 1976 stillgelegt wurde, erläutert Manuela Monzka von der Naturschutzstiftung. Doch Stadt und reformierte Kirchengemeinde haben mit Hilfe der Stiftung und ehrenamtlichen Helfern die Fläche im vergangenen Jahr neu gestaltet. Nun biete der Park mehrere Funktionen: die historischen Gräber sind wieder zugänglich, Bürger können sich hier erholen, ein Weg dient als Abkürzung in die Innenstadt, in einem belassenen Waldstück kann sich die Natur frei entfalten und angrenzende Schulen nutzen das Gelände als grünes Klassenzimmer (die GN berichteten).

Gero Hocker zeigt sich von diesem Paxisbeispiel begeistert. „Das ist ein echtes Kleinod“, sagt FDP Bundestagskandidat auf dem vielversprechenden vierten Listenplatz. Generell sei die Arbeit der Naturschutzstiftung vorbildlich. „Andere Landkreise können sich eine Scheibe davon abschneiden!“ Vor allem die Zusammenarbeit von Naturschützern und Landwirten sei wegweisend. Denn im Gespräch haben die Geschäftsführer der 1999 gegründeten Stiftung zur Förderung des Natur- und Landschaftschutzes in der Grafschaft immer wieder beton, dass die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz beitrage.

Die Stiftung erwirbt Ausgleichsflächen, die dann im Sinne des Natur- Ladschaftsschutzes gepflegt werden, erläutert Hartmut Schrap, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung. „Es ist natürlich schwierig, wenn ladwirtschaftliche Flächen aus der Nutzung genommen werden müssen“, sagt Kreisrat Dr. Michael Kiehl. Deswegen sei es wichtig, Projekte zu bündeln und Flächen zu nehmen, die sowohl dem Naturschutz viel bringen, als auch Landwirte gerne abgeben. Gerade das kann aber ein strittiges Thema sein, wie die derzeitige Diskussion um Gewässerrandstreifen zeigt.

Zur Pflege des Besitzes setzt die Naturschatzstiftung auf die Zusammenarbeit mit örtlichen Bauern. Diese kümmern sich Beispielsweise auch darum, dass sich das giftige Jakobskreuzkraut in Schutzgebieten nicht weiter ausbreiten kann – eine Frage, die den Landtagsabgeordneten interessiert.

Ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld der Naturschutzstiftung sei die Umweltbildung. Das sieht auch Hocker so. Natur erlebbar zu machen, schaffe Akzeptanz für deren Schutz – so wie in der Grafschaft.

 

Quelle: GN vom 04.05.2017

 

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